Micron Document
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<title>Marbod</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Marbod</span></h1>
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<p><b>Marbod</b>, <a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a> <i>Maroboduus</i>, (* um 30 v. Chr.; † 37 in <a href="Ravenna" title="Ravenna">Ravenna</a>) war der bedeutendste markomannische Herrscher. Im Jahre 8 v. Chr. wurde Marbod König der <a href="Markomannen" title="Markomannen">Markomannen</a>, eines <a href="Sueben" title="Sueben">suebischen</a> Stammes, der im Maingebiet siedelte.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Frühe_Jahre"><span id="Fr.C3.BChe_Jahre"></span>Frühe Jahre</h3></div>

<p>Marbod stammte aus einer vornehmen Familie der Markomannen und wird als kräftig und mutig beschrieben. „Er besaß einen kühnen Geist und war mehr von seiner Abkunft als von seinen geistigen Fähigkeiten ein Barbar.“<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er habe als „Jüngling“ in <a href="Rom" title="Rom">Rom</a> gelebt und dort „Wohltaten“ von Kaiser <a href="Augustus" title="Augustus">Augustus</a> empfangen.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die genauen Umstände seines Aufenthaltes in Rom sind nicht bekannt, die Wohltaten des Augustus bestanden vermutlich in der Verleihung des Bürgerrechts, verbunden mit einer militärischen Ausbildung.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Das_Marbodreich_in_Böhmen"><span id="Das_Marbodreich_in_B.C3.B6hmen"></span>Das Marbodreich in Böhmen</h3></div>
<p>Marbod konnte mit römischer Genehmigung oder gar auf Veranlassung durch die Römer nach <a href="Germania_magna" title="Germania magna">Germanien</a> heimkehren. Die Markomannen waren 10 v. Chr. im Rahmen der <a href="Drusus-Feldz%C3%BCge" title="Drusus-Feldzüge">Drusus-Feldzüge</a> (12 bis 8 v.&nbsp;Chr.) vernichtend besiegt und 8 v. Chr. vom späteren Kaiser <a href="Tiberius" title="Tiberius">Tiberius</a> zur Kapitulation gezwungen worden. Marbod übernahm danach aus eigener Initiative und wohl ohne römische Zustimmung<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> die Führung des Stammes, zog mit ihm nach Osten und besetzte das von den <a href="Boier" title="Boier">Boiern</a> verlassene <a href="B%C3%B6hmen" title="Böhmen">Böhmen</a> und nördliche <a href="M%C3%A4hren" title="Mähren">Mähren</a>.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit dieser Maßnahme festigte er seine Herrschaft und bewahrte die Markomannen vor dem Ende ihrer politischen Selbständigkeit – denn Tiberius führte gerade damals Zwangsumsiedlungen zur Vernichtung der Macht der Suebenstämme durch. Außerdem wurde durch diese Abwanderung die Bildung einer eigenständigen Stammesidentität der Markomannen sehr gefördert. „Daß der aufrührerische Stamm Germanien den Rücken kehrte, könnte durchaus im römischen Interesse gelegen haben.“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im dünn besiedelten Böhmen machte sich Marbod die dort lebenden Reste der <a href="Kelten" title="Kelten">Kelten</a> und die schon früher eingewanderten Germanen friedlich zu Untertanen. Er nahm den Königstitel an<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und scharte um die Markomannen, teils durch kriegerische Aktivitäten gegen Nachbarvölker, einen von ihm beherrschten mächtigen Stammesbund, dem unter anderem <a href="Hermunduren" title="Hermunduren">Hermunduren</a>, <a href="Semnonen" title="Semnonen">Semnonen</a> und <a href="Lugier" title="Lugier">Lugier</a>, in späterer Zeit auch die <a href="Langobarden" title="Langobarden">Langobarden</a> angehörten.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sein Einflussbereich grenzte im Süden an die <a href="Donau" title="Donau">Donau</a>, im Osten an die römische Provinz <a href="Pannonien" title="Pannonien">Pannonien</a> und die <a href="Weichsel" title="Weichsel">Weichsel</a>, im Norden an die <a href="Ostsee" title="Ostsee">Ostsee</a> und im Westen an die <a href="Elbe" title="Elbe">Elbe</a>.
</p><p>König Marbod, der erstmals in der germanischen Geschichte einen größeren, relativ zentral geführten Herrschaftskomplex errichtete, gebot über ein nach römischer Taktik und Disziplin geschultes Heer mit einem Maximalaufgebot von 70.000 Mann Fußtruppen und 4000 Mann Reitertruppen.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Da Marbods Macht vor allem auf seiner großen militärischen Gefolgschaft beruhte, wird er in der Forschung als <a href="Heerk%C3%B6nig" title="Heerkönig">Heerkönig</a> betrachtet.
</p><p>Nach römischem Vorbild ließ er sich einen befestigten Königssitz namens <i><a href="Maroboudon" title="Maroboudon">Marobudum</a></i> bauen,<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der bis heute nicht genau lokalisiert werden konnte. Die römischen Quellen stellen freilich entsprechend der damaligen Propaganda die Stärke und Diszipliniertheit von Marbods Truppen übertrieben dar und behaupten, dass von ihnen eine Invasionsgefahr drohte.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Damit sollte auch der spätere Angriffsplan des Augustus auf das Markomannenreich legitimiert werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Römisch-Germanischer_Krieg"><span id="R.C3.B6misch-Germanischer_Krieg"></span>Römisch-Germanischer Krieg</h3></div>
<p>Anfänglich waren die Beziehungen zwischen Rom und dem Marbodreich eher gut: „Der König pflegte […] ostentativ seine guten Verbindungen zu Augustus, schickte Gesandtschaften und öffnete sein Land dem römischen Handel.“<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 5 n. Chr. erstreckte sich Marbods Reich bis an die mittlere Elbe und umfasste dort die Semnonen, „also genau jenen Stamm, der sich Tiberius nicht unterwerfen wollte. […] Die Schwierigkeiten (der Römer) an der Elbe rührten eindeutig daher, daß die Elbgermanen im Markomannenkönig einen Rückhalt fanden.“<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am östlichen Ufer der Elbe versammelten sich zunehmend elbgermanische, von Marbod abhängige Truppen.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Daher ordnete Augustus an, das Marbodreich als den letzten großen Machtblock in Germanien zu unterwerfen. Im Frühjahr 6 n. Chr. marschierte Tiberius mit sechs bis sieben Legionen von <a href="Carnuntum_(Milit%C3%A4rlager)" title="Carnuntum (Militärlager)">Carnuntum</a> an der Donau durch das <a href="March_(Fluss)" title="March (Fluss)">Marchtal</a> nach <a href="B%C3%B6hmen" title="Böhmen">Böhmen</a>. Vom Westen her kämpfte sich <a href="Gaius_Sentius_Saturninus_(Konsul_19_v._Chr.)" title="Gaius Sentius Saturninus (Konsul 19 v. Chr.)">Gaius Sentius Saturninus</a> mit zwei oder drei Legionen entlang des Mains und später durch den <a href="Herkynischer_Wald" title="Herkynischer Wald">Hercynischen Wald</a> zu den Pässen des Böhmerwaldes vor.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dazu addierten sich germanische Hilfstruppen und Reiterei. Mit einer Stärke von ungefähr 70.000 Mann umfasste diese Armee zwei Fünftel des gesamten römischen Heeres.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kurz vor der Vereinigung der beiden Heeresgruppen brach jedoch der <a href="Pannonischer_Aufstand" title="Pannonischer Aufstand">Pannonische Aufstand</a> aus. Er griff auf ganz <a href="Illyrien" title="Illyrien">Illyrien</a> über und gefährdete <a href="Makedonien" title="Makedonien">Makedonien</a> und <a href="Italien" title="Italien">Italien</a>.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Tiberius schwenkte mit seinen Legionen sofort nach Süden in die Aufstandsgebiete ab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Waffenstillstand_mit_den_Römern"><span id="Waffenstillstand_mit_den_R.C3.B6mern"></span>Waffenstillstand mit den Römern</h3></div>
<p>Tiberius musste mit den Markomannen einen Friedensvertrag schließen, in dem die Römer den Status quo und den Königstitel von Marbod anerkannten.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Die offizielle Anerkennung seines Königstitels dürfte von einem reichen Strom wertvoller Geschenke und Handelsprivilegien begleitet gewesen sein.“<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Römer behaupteten, sie hätten Marbod zum Frieden gezwungen,<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Marbod (prahlte später): ‚Von zwölf Legionen unter Führung des Tiberius angegriffen, habe er den Ruhm der Germanen unversehrt erhalten.‘<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Für die Römer entscheidend war, dass sich Marbod vom Pannonischen Aufstand fernhielt.
</p><p>Nach der Niederschlagung des Aufstandes in Pannonien 8 n. Chr. hatte Tiberius einen großen Teil der Auxiliartruppen in die Heimatstandorte zurückgeschickt,<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> doch zogen sich die Kämpfe in Dalmatien noch bis 9 n. Chr. hin. Die wahrscheinlichste Folge nach der Beseitigung dieser Gefahr wäre nun eine Wiederaufnahme des Feldzuges gegen Marbod gewesen.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Doch mittlerweile war <a href="Publius_Quinctilius_Varus" title="Publius Quinctilius Varus">Publius Quinctilius Varus</a> mit drei Legionen vom Niederrhein zu einem Marsch an die Weser aufgebrochen. Die Nachricht von dessen Niederlage erreichte Tiberius kurz vor der Überfahrt nach Italien.
</p><p><a href="Arminius" title="Arminius">Arminius</a> bot Marbod nach der <a href="Varusschlacht" title="Varusschlacht">Varusschlacht</a> 9 n. Chr. ein Bündnis gegen die Römer an und sandte ihm daher das Haupt des Varus, das der Markomannenherrscher jedoch Augustus ausliefern ließ und somit eine germanische Koalition ausschlug.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Trotzdem erkannte Rom Marbod nie als offiziell verbündeten Klientelherrscher an. Zur Rache für die desaströse Niederlage der Römer führten Tiberius und <a href="Germanicus" title="Germanicus">Germanicus</a> in den nächsten Jahren in Germanien Krieg gegen die Koalition des Arminius (<a href="Germanicus-Feldz%C3%BCge" title="Germanicus-Feldzüge">Germanicus-Feldzüge</a>), in dem sich Marbod neutral verhielt. Deshalb versagte ihm Rom militärische Unterstützung nach seinem 17 n. Chr. geführten Krieg gegen die <a href="Cherusker" title="Cherusker">Cherusker</a> unter Arminius.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Germanische_Entscheidungsschlacht">Germanische Entscheidungsschlacht</h3></div>
<p>Dieser 17 n. Chr. ausgebrochene innergermanische Konflikt sollte entscheiden, welcher der beiden Machtblöcke künftig den elbgermanischen Raum beherrschen würde. Aus der von römischen Moralvorstellungen geprägten Darstellung des <a href="Tacitus" title="Tacitus">Tacitus</a><sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> geht nicht klar hervor, welche Seite als Aggressor auftrat. Nachdem Germanicus mit seinen Legionen aus Germanien abberufen worden war, sei Arminius gegen eine zu starke Ausdehnung des Reiches von Marbod aufgetreten. Dass der Cheruskerfürst den Marbod als „Vaterlandsverräter“, der sich den Römern anbiedere, geschmäht habe, dürfte mit der ihm damit unterstellten national-patriotischen Einstellung kaum der historischen Wahrheit entsprechen. So bleiben die tatsächlichen Motive der Kontrahenten im Dunkeln. Tacitus<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> malt Arminius als den strahlenden Kämpfer für die Freiheit und stellt ihm Marbod als Verkörperung von Willkürherrschaft gegenüber; diese Charakteristik gibt eher innenpolitische römische Vorstellungen des Senates über Freiheit gegen die Tyrannei eines Einzelnen wieder als reale Verhältnisse bei germanischen Stämmen.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Vor der Entscheidungsschlacht zwischen den gegnerischen germanischen Machtblöcken wurde die Streitmacht des Arminius durch den Zuzug von Semnonen und Langobarden verstärkt, die von Marbod abgefallen waren. Mit diesen hätte Arminius das Übergewicht besessen, wenn nicht sein Onkel <a href="Inguiomer" title="Inguiomer">Inguiomer</a> mit seiner Gefolgschaft zu Marbod übergelaufen wäre und so wieder in etwa ein Gleichgewicht der Stärke der feindlichen Heere hergestellt hätte.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch wenn also die Streitmacht des Marbod nicht mehr die alte Höchststärke ausmachte, so wird sie ohne Zweifel mehrere zehntausend Mann stark gewesen sein. Die natürlich recht vage Schätzung von 50.000 Mann erscheint realistisch. Zwar konnte die Schlacht von keiner Seite als Sieg betrachtet werden, doch scheute sich Marbod davor, den Kampf zu erneuern.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Damit setzte er sich dem Vorwurf aus, dem Gegner das Feld überlassen zu haben. Arminius verstärkte den Eindruck einer gegnerischen Niederlage wohl noch propagandistisch; jedenfalls musste Marbod wegen der Schwächung seiner Heeresstärke durch zahlreiche Desertionen in sein Kernland zurückkehren.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zerfall_des_Marbodreichs_und_Exil">Zerfall des Marbodreichs und Exil</h3></div>
<p>Der erfolglose Kampf gegen Arminius, subversive römische Interventionen – Kaiser Tiberius suchte die Germanenstämme durch Förderung innerer Zwistigkeiten zu schwächen – und die Opposition des Sippenadels führten zum Zerfall des Stammesbundes und zum Sturz Marbods im Jahre 18 n. Chr. Ein vom Markomannenkönig einst vertriebener Adliger, <a href="Catualda" title="Catualda">Catualda</a>, der zu den <a href="Gotonen" class="mw-redirect" title="Gotonen">Gotonen</a> geflüchtet war, kam jetzt mit einem größeren Truppenaufgebot zurück und gewann andere markomannische Adlige durch Bestechung für seine Unterstützung. So konnte Catualda den Königssitz und die Festung von Marbod erobern. Dieser suchte sein Heil in der Flucht über die Donau nach <a href="Noricum" title="Noricum">Noricum</a> zu den Römern, doch wurde er von Tiberius nicht für eine Rückkehr militärisch unterstützt. Stattdessen bezeichnete der Monarch Marbod in einer Senatsrede als größere Bedrohung als einst <a href="Pyrrhos_I." title="Pyrrhos I.">Pyrrhos I.</a> und <a href="Antiochos_III." title="Antiochos III.">Antiochos III.</a> für Rom, solange der Markomanne noch über sein Volk geherrscht hatte. Mit dieser übermäßigen Aufbauschung von dessen Gefährlichkeit wollte Tiberius wohl Marbods Sturz als einen Erfolg seiner nichtmilitärischen Germanenpolitik verkaufen. Der Kaiser war aber zum Angebot eines sicheren Geleits zur Grenze zurück oder eines würdigen Asyls in Italien bereit. Marbod entschied sich für letzteres und wurde in <a href="Ravenna" title="Ravenna">Ravenna</a> festgesetzt, wo er 18 Jahre später starb.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine Gedenktafel für Marbod fand Aufnahme in die <a href="Walhalla" title="Walhalla">Walhalla</a> bei <a href="Regensburg" title="Regensburg">Regensburg</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellenlage">Quellenlage</h2></div>
<p>Aufgrund der zeitgenössischen Berichte des Geographen <a href="Strabon" title="Strabon">Strabon</a> (<i>Geographika</i> 7, 1, 3 p. 290C) und des römischen Historikers <a href="Velleius_Paterculus" title="Velleius Paterculus">Velleius Paterculus</a> (<i>Historia Romana</i> 2, 108–110; 2, 129) sowie späterer Darstellungen insbesondere des römischen Annalisten <a href="Tacitus" title="Tacitus">Tacitus</a> (<i><a href="Annales_(Tacitus)" title="Annales (Tacitus)">Annalen</a></i> 2, 44–46; 2, 62–63; 2, 88) stellt sich die Quellenlage zur Erstellung einer biographischen Skizze von Marbod relativ gut dar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beurteilung_in_der_Forschung">Beurteilung in der Forschung</h2></div>
<p>Manche moderne Forscher sehen in Marbod gemäß Tacitus’ Vorwurf der „Verräterei“ anachronistisch einen untätigen Herrscher bei der Befreiung Germaniens, weil er Arminius nach der Varusschlacht nicht unterstützt habe. Dabei stellt sich freilich die Frage, wie Marbod von einem solchen Bündnis mit den Cheruskern hätte profitieren können. Auf der anderen Seite stilisieren ihn manche Historiker zu einer Integrationsfigur der Germanen und werten seinen Sturz als Ende einer ersten „Staatenbildung“ dieses Volkes. Der Realität näher kommt seine Charakterisierung als pragmatischer Politiker, der die Markomannen zuerst durch seinen Entschluss zum Abzug aus dem römischen Einflussbereich vor der Auflösung bewahrte und später durch kluge Taktik eine erneute Unterjochung seines Volkes verhinderte. Mit diesem begrenzten und konsequent verfolgten Ziel hatte er lange Zeit Erfolg.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literarische_Rezeption">Literarische Rezeption</h2></div>
<p>Marbod ist als Gegner des <a href="Arminius" title="Arminius">Arminius</a> eine der Hauptfiguren des <i>Arminius</i>-Romans (2 Bände, 1689/90) von <a href="Daniel_Casper_von_Lohenstein" title="Daniel Casper von Lohenstein">Daniel Casper von Lohenstein</a>. In einer der langen Vorgeschichten des Romans (I. Teil, 7. Buch), die eigentlich in der antiken Geschichte angesiedelt ist, wird verschlüsselt vom <a href="Englischer_B%C3%BCrgerkrieg" title="Englischer Bürgerkrieg">Englischen Bürgerkrieg</a> erzählt. Dieser war zur Lebenszeit des Autors ein aktuelles und besonders heikles Thema.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellen">Quellen</h2></div>
<ul><li><a href="Velleius_Paterculus" title="Velleius Paterculus">Velleius Paterculus</a>: <i>Römische Geschichte. Historia Romana.</i> Übersetzt und herausgegeben von Marion Giebel, Reclam, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-15-008566-0 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Velleius_Paterculus/home.html">lateinischer Text mit englischer Übersetzung</a>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Josef Dobiáš: <i>King Maroboduus as a Politician</i>. In: <i><a href="Klio_(Zeitschrift)" title="Klio (Zeitschrift)">Klio</a>.</i> Band 38, 1960, S. 155–166.</li>
<li>Eduard Droberjar, Vladimír Sakař: <i>Problems of the Roman military campaign against the empire of Marobuduus in the year 6 A. D.</i> In: Jan Bouzek u. a. (Hrsg.): <i>Gentes, Reges und Rom. Auseinandersetzung – Anerkennung – Anpassung.</i> Festschrift für Jaroslav Tejral zum 65. Geburtstag. Archeologický Ustav AV ČR Brno, Brno 2000, S. 21–42.</li>
<li>Ralf G. Jahn: <i>Der Römisch-Germanische Krieg (9–16 n. Chr.)</i>. Dissertation, Universität Bonn 2001.</li>
<li><a href="Klaus-Peter_Johne" title="Klaus-Peter Johne">Klaus-Peter Johne</a>: <i>Die Markomannen und ihre Nachbarn. Germanen an der Peripherie des Römischen Reiches.</i> Kohlhammer, Stuttgart 2025, ISBN 978-3-17-037717-2, S. 37–52.</li>
<li><a href="Peter_Kehne" title="Peter Kehne">Peter Kehne</a>:&nbsp;<i>Marbod.</i> In: <i><a href="Reallexikon_der_Germanischen_Altertumskunde" title="Reallexikon der Germanischen Altertumskunde">Reallexikon der Germanischen Altertumskunde</a></i> (RGA). 2. Auflage. Band 19, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2001, ISBN 3-11-017163-5, S.&nbsp;258–262.</li>
<li>Peter Kehne, Vladimir Salač: <i>König Marbod</i>. In: <i>2000 Jahre Varusschlacht. Imperium – Konflikt – Mythos</i>. Herausgegeben vom LWL-Römermuseum / Museum und Park Kalkriese / Landesverband Lippe. Band 3, Theiss, Stuttgart 2009, S. 114–122.</li>
<li><a href="Ralf-Peter_M%C3%A4rtin" title="Ralf-Peter Märtin">Ralf-Peter Märtin</a>: <i>Die Varusschlacht</i>. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-596-17662-5.</li>
<li><a href="Arthur_Stein_(Althistoriker)" title="Arthur Stein (Althistoriker)">Arthur Stein</a>: <i><a href="https://de.wikisource.org/wiki/RE:Maroboduus" class="extiw external" title="s:RE:Maroboduus">Maroboduus</a>.</i> In: <i><a href="Paulys_Realencyclop%C3%A4die_der_classischen_Altertumswissenschaft" title="Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft">Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft</a></i> (RE). Band XIV,2, Stuttgart 1930, Sp.&nbsp;1907–1910.</li>
<li><a href="Dieter_Timpe" title="Dieter Timpe">Dieter Timpe</a>: <i>Römisch-Germanische Begegnungen in der späten Republik und frühen Kaiserzeit. Gesammelte Studien</i> (= <i><a href="Beitr%C3%A4ge_zur_Altertumskunde" title="Beiträge zur Altertumskunde">Beiträge zur Altertumskunde</a>.</i> Band 233). Saur, München/Leipzig 2006, ISBN 978-3-598-77845-2.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Marbod?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Marbod</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=119547678">Literatur von und über Marbod</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Velleius_Paterculus" title="Velleius Paterculus">Velleius Paterculus</a>, <i>Historia Romana</i> 2, 108, 2.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Strabon" title="Strabon">Strabon</a>, <i>Geographika</i> 7, 1, 3, p. 290C.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">So <a href="Peter_Kehne" title="Peter Kehne">Peter Kehne</a>, <i>Reallexikon der Germanischen Altertumskunde</i> (RGA), Bd. 19, S. 258f.; anders <a href="Arthur_Stein_(Althistoriker)" title="Arthur Stein (Althistoriker)">Arthur Stein</a>, RE, Bd. XIV,2, Sp. 1908. Auch Ralph-Peter Märtin geht davon aus, dass er „mit dem Segen und der Unterstützung Roms an die Spitze der Markomannen (trat).“ (<i>Die Varusschlacht</i>, S. 130.)</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Strabon, <i>Geographika</i> 7, 1, 3f.; Velleius Paterculus, <i>Historia Romana</i> 2, 108, 1f.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Ralf-Peter_M%C3%A4rtin" title="Ralf-Peter Märtin">Ralf-Peter Märtin</a>: <i>Die Varusschlacht.</i> Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2010, S. 130.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Strabon, <i>Geographika</i> 7, 1, 3; Velleius Paterculus, <i>Historia Romana</i> 2, 108; <a href="Tacitus" title="Tacitus">Tacitus</a>, <a href="Annales_(Tacitus)" title="Annales (Tacitus)"><i>Annalen</i></a> 2, 44; 2, 63; u. a.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Strabon, <i>Geographika</i> 7, 1, 3; Velleius Paterculus, <i>Historia Romana</i> 2, 108, 2; 2, 109, 2f.; Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 45, 1.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Velleius Paterculus, <i>Historia Romana</i> 2, 109, 2.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Strabon, <i>Geographika</i> 7, 1, 3; Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 62, 2; <a href="Claudius_Ptolem%C3%A4us" title="Claudius Ptolemäus">Claudius Ptolemäus</a> 2, 11, 14.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Velleius Paterculus, <i>Historia Romana</i> 2, 109; u. a.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Märtin: <i>Die Varusschlacht</i>, S. 130.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Märtin, <i>Die Varusschlacht</i>, S. 131, führt hierzu an: <a href="Dieter_Timpe" title="Dieter Timpe">Dieter Timpe</a>: <i>Römisch-Germanische Begegnungen</i>, S. 203 (s. Lit.).</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Velleius Paterculus, <i>Historia Romana</i> 2, 107; 2, 109, 1f.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Velleius Paterculus Buch 2, 109(5) Der Text dort: Diesen Mann (Marbod) nun und diese Gegend beschloss Tiberius Caesar im nächsten Jahr von verschiedenen Seiten her anzugreifen. Sentius Saturninus erhielt den Auftrag, mit seinen Legionen durch das Gebiet der Chatten nach Boiohaemum zu marschieren, so heißt die Gegend die Marbod bewohnt, und dabei sollte er eine Bresche durch die undurchdringlichen Herkynischen Wälder schlagen. Tiberius selbst wollte von Carnuntum aus, einem Ort im Königreich Noricum, der jener Gegend am nächsten liegt, mit den Truppen, die in Illyrien dienten, gegen die Markomannen aufbrechen.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Märtin, <i>Die Varusschlacht</i>, S. 131.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Velleius Paterculus, <i>Historia Romana</i> 2, 110; <a href="Cassius_Dio" title="Cassius Dio">Cassius Dio</a>, <i>Römische Geschichte</i> 55, 28, 7–30, 1.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Cassius Dio, <i>Römische Geschichte</i> 55, 28, 6f.; Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 45, 3.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Kehne: <i>Marbod</i>, RGA, Bd. 19, S. 260. In Bezug auf: Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 45, 3; 2, 46, 2.</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 26, 3.</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 46, 2. in: Märtin, <i>Die Varusschlacht</i>, S. 132.</span>
</li>
<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">Märtin geht davon aus, dass Arminius mit einem cheruskischen Kontingent an der Niederschlagung des Aufstandes beteiligt war und hier wieder zurück gelangte. Er bezieht sich hierbei auf: Timpe, <i>Römisch-Germanische Begegnungen</i>, S. 45.</span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text">siehe Märtin, <i>Die Varusschlacht</i>, S. 159.</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text">Velleius Paterculus, <i>Historia Romana</i> 2, 119, 5.</span>
</li>
<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text">Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 44, 2; 2, 46, 5.</span>
</li>
<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text">Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 44 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-26"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-26">↑</a></span> <span class="reference-text">Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 44, 2.</span>
</li>
<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text">Kehne, RGA, Bd. 19, S. 260 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text">Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 45, 1.</span>
</li>
<li id="cite_note-29"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-29">↑</a></span> <span class="reference-text">Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 46, 4.</span>
</li>
<li id="cite_note-30"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-30">↑</a></span> <span class="reference-text">Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 46, 5.</span>
</li>
<li id="cite_note-31"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-31">↑</a></span> <span class="reference-text">Tacitus, <i>Annalen</i> 2, 62, 1–63, 4; Velleius Paterculus, <i>Historia Romana</i> 2, 129, 3; u. a.</span>
</li>
<li id="cite_note-32"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-32">↑</a></span> <span class="reference-text">Kehne, RGA, Bd. 19, S. 261f.</span>
</li>
</ol>
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